Grandiose Jungrinder-Bundesschau der deutschen Anguszüchter in Berlin

Erstmalig in ihrer Geschichte hatten die deutschen Anguszüchter die Chance,  mit einer eigenen Bundesschau auf der Internationalen Grünen Woche präsent zu sein. Und sie nutzten die Gelegenheit und boten den Besuchern dieser weltgrößten Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau am 22.1. ein eindrucksvolles Erlebnis mit einer beeindruckenden Abschlusschoreographie. Dies wurde bei der Begrüßung von dem Schirmherrn der Schau, dem Vorsitzenden des BDF noch einmal deutlich unterstrichen. Aus ganz Deutschland kamen  84 Angusfärsen im Alter von 9 bis 22 Monate für drei Tage nach Berlin. Sie wurden in drei Altersklassen, unterteilt in 17 Richtgruppen, dem Preisrichter Armon Fliri  zur Rangierung vorgestellt. Kein leichtes Amt für den Fachmann aus der Schweiz, denn die Färsen hatten durchweg eine exzellente Qualität, und es waren oft nur Herzschlagentscheidungen,  die über Sieg oder Platzierung entschieden. In der ersten Richtklasse konnte sich Kat.-Nr. 6, die schwarze Nemo B994-Tochter Peggy G 171  aus dem Zuchtbetrieb von Bernhard Delle, Gundelfingen, in einem spannenden Finale den Siegerpreis gegen die rote Nicol, einer Paul-Tochter mit der Kat.-Nr. 30 aus der bekannten Zuchtstätte Winhart aus Herrieden sichern. Beide Färsen kommen aus Bayern.

In der zweiten Richtklasse setzte sich die Spannung fort. Hier kämpften sieben Gruppensiegerinnen, die sich in spannenden Wettbewerben gegen eine hervorragende Konkurrenz durchgesetzt  hatten, um den Titel. Die bestens herausgebrachte Butterfly im schwarzen Haarkleid  mit der Kat.-Nr. 44 errang die Siegerwürde vor der roten Gemma, Kat.-Nr. 84, einer Heribert-Tochter. Butterfly kommt aus dem Stall von Dieter Meyer, Bissendorf, Niedersachsen und hat mit Cabonara einen Vater, dessen Töchter schon öfters auf dem Treppchen einer Schau standen. Gemma wurde von Hartmut Keunecke, Strasburg, Mecklenburg-Vorpommern, gezogen und vorgestellt.

In der dritten Richtklasse wurden die jüngeren Tiere in einem Alter von bis zu 12 Monaten vorgestellt. Sie befinden sich naturgemäß noch voll in der Entwicklung, und so war ihre Tagesform das entscheidende Argument für den Preisrichter. Und die sprach an diesem Tage eindeutig für die vom Versuchsgut Köllitsch, Sachsen, kommende Texas Lady  mit der Kat.-Nr. 100, einer Texas red-Tochter, die von ihrem Betreuer Michael Kuhn exzellent vorgestellt wurde. Nur ganz knapp geschlagen  musste sich die ebenfalls in hervorragender Weise vorgestellte Pen-Tochter Kimberly, Kat.-Nr. 86, mit dem Reservesieg zufrieden geben. Günter Meyer, Walsrode, Niedersachsen, war über diese hervorragende Platzierung seiner Färse die Freude ins Gesicht geschrieben.

 

Nun ging es ums Ganze. Die drei Klassensiegerinnen mussten sich in dem erstmals ausgeschriebenen Championat einer Angus-Bundesschau erneut einem großen Publikum präsentieren. Armon Fliri kürte die Kat.-Nr. 6, Peggy G 171, aus der Zuchtstätte Delle, zum unangefochtenen Champion dieser Schau. Für diesen Sieg wurde sie mit einem neu geschaffenen, wunderbar gestalteten Wanderpokal und der neu geschaffenen Championatsdecke ausgezeichnet.

 

Jungzüchter vor großem Publikum

Acht Jungzüchter(innen) waren bereit, ihr Können bei dieser Bundesschau unter Beweis zu stellen. Der achtjährige Arndt Oke Steffens aus Bismark,  Sachsen-Anhalt, war nicht nur der jüngste Teilnehmer dieses Wettbewerbes, sondern zugleich auch der Sieger der Altersgruppe bis 16 Jahre. In der Altersgruppe 17 bis 25 Jahre versuchten ebenfalls zwei Jungzüchterinnen und zwei Jungzüchter ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei dem Wettbewerb der Jungzüchter geht es ja weniger um die Schönheit des vorgestellten Tieres als vielmehr um die perfekte Harmonie von Mensch und Tier und um ein umfassendes Wissen. Timo Heimsoth von der Masterrind Verden hatte die anspruchsvolle Aufgabe übernommen, bei diesem Wettbewerb zu entscheiden, wer dieser Aufgabenstellung am besten gerecht würde. Er meisterte diese Herausforderung mit einem unwahrscheinlichen Einfühlungsvermögen auf bravouröse Weise und sprach Frederike Brockmann aus Hessisch Oldendorf, Niedersachsen, die auch zugleich die älteste Teilnehmerin war, den Sieg in dieser Gruppe zu. (Teilnehmerliste s. Anhang) Da es bei diesem Wettbewerb keine Verlierer(innen) gab, wurden alle Teilnehmer(innen) mit schönen, von der IG Nord gestifteten Pokalen, geehrt. Der Jungzüchter Club Bayern ermunterte die junge Garde mit der Überreichung einer „Fitting Tasche“, weiter dran zu bleiben und mit zu machen. Und die IG Hessen steuerte mit den neu gestalteten Tassen des BDAH einen weiteren praktischen Beitrag für unsere Jungzüchter(innen) bei.

 

Bullennachzuchtgruppen im Vergleich

Von den drei angemeldeten Nachzuchtgruppen konnten nur zwei einer interessierten Züchterschaft vorgestellt werden. Bei dem Bullen „Iron R“ konnte die erforderliche Nachkommenschaft von vier Töchtern auf der Schau nicht erreicht werden. Die beiden verbleibenden Gruppen wurden nicht gerichtet, sondern besprechend von Armon Fliri vorgestellt. Es waren dies die Nachkommengruppen von dem schwarzen irischen AA Bullen „Mogeely Joe H 979“ und dem roten dänischen AA Bullen „Orlando“ Die Väter aller drei im Katalog aufgeführten Gruppen verfügen  über eine größere Nachkommenschaft, und  ihr Sperma kann über den Kooperationspartner des BDAH, die Besamungsstation Neustadt an der Aisch, bezogen werden.

 

Demonstration der sanften Halfterführigkeit

Ganz bewusst hatten die Organisatoren der Schau diese Demonstration in das Schauprogramm aufgenommen. Einem überwiegend städtisch geprägten Publikum sollte nahe gebracht werden, dass in der heutigen Zeit Rinder nicht mehr mit brutalen Methoden gefügig gemacht werden. Das Echo bei den Zuschauern war etwas zwiespältig und hat gezeigt, dass mit einer Demonstration höchstens ein Anfang gemacht wurde. Der war allerdings perfekt. Nach etwa 25 Minuten war bei dem Bullen im Ring so viel Vertrauen aufgebaut, dass er sich streicheln und das Halfter über den Kopf legen ließ. Armon Fliri hatte trotz des Kräfte raubenden Richteramtes kurzfristig auch diese Aufgabe übernommen, da Bernd Möller aus Oberweißbach kurzfristig krankheitsbedingt absagen musste. Wir wünschen Bernd Möller von dieser Stelle gute Besserung, und Armon Fliri sagen wir an dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön für seine allseits anerkannte Leistung.

 

Bewegende Abschlusschoreographie

Die Planer und Organisatoren dieser 1. Angus-Jungrinder-Bundesschau haben nicht nur eine tadellos organisierte Bundesschau abgeliefert, auch die teilnehmenden Züchter(innen) haben mit ihrem ungewöhnlich disziplinierten Schauverhalten Anerkennung auf höchster Ebene der Messeleitung bekommen. Eine besondere Anerkennung fand die Choreographie des Abschlussbildes, die mit einer starken emotionalen musikalischen Untermalung die Herzen der Zuschauer erreichte, und in dieser Form bei einer Fleischrinderschau absolutes Neuland in Deutschland war. Unter der Melodie „Chor der Gefangenen“ aus der Verdi-Oper Nabucco zogen die fünf Siegertiere mit ihren stolzen Besitzern durch ein zuvor gebildetes Spalier von ca. 50 Schautieren. Ihnen vorangetragen wurde der sehr schöne, aus Glas gestaltete Wanderpokal für die Championatsgewinnerin Peggy G 171, begleitet von einem Träger mit der Deutschlandfahne. Auch die anderen Siegerinnen wurden mit einer Europafahne oder den neu gestalteten Fahnen des BDAH begleitet. Nach kurzen, sehr herzlichen Dankesworten des Vorsitzenden Johannes Hibbeln fand die Schau mit dem bewegenden Trompetensolo „IL Silenzio“ ihren Höhepunkt und Abschluss. Beim anschließenden Umtrunk am BDAH Messestand war es dann einfach nur locker und schön.

 

Dank an die Aussteller und Betreuer am Messestand

Neben der Schau war der BDAH während der gesamten Messe mit einem Infostand in Tierhalle 25 vertreten. Zur Demonstration und Anschauung war dieser Stand mit einer exzellenten Kuh mit Kalb von Heinz-Wilhelm Riekenberg, und zeitweise mit einem hervorragenden roten Bullen von der Putenmast Cölpin und einer Bullenmastgruppe von Hartmut Keunecke bestückt. Betreut und vorgestellt im täglichen Programm wurden diese Tiere von Christian und Tobias Bauereiß.