Verbandsschau der Angus Jungrinder am 9.9.2013 in Hüsten

Es bietet sich geradezu an, diesen Termin Anfang September zu einer Präsentation des weiblichen Angus-Nachwuchses zu nutzen. Und welcher Ort könnte dafür besser geeignet sein als der Kirmesplatz in Hüsten (Arnsberg), der mit seiner über 1000 jährigen Tradition schon unzählige Rinderrassen und Typen hat kommen und gehen sehen. Die Anguszüchter des FHB haben vor einigen Jahren das Angebot von Verband und Kirmesgesellschaft freudig aufgenommen, an dieser historischen Stätte ihren Angus-Nachwuchs der Öffentlichkeit zu präsentieren.

In diesem Jahr standen 20 Färsen im Alter zwischen 10 bis 24 Monaten im Katalog. Tiere, welche die Zukunft unserer Rasse präsentieren. Der Altmeister und Ehrenpräsident der Deutschen Anguszüchter, Ulrich Edel aus Bad Harzburg, hatte die schwere Aufgabe des Richteramtes übernommen. Wirklich keine leichte Aufgabe für den erfahrenen Preisrichter aus Niedersachsen, der sein Amt souverän ausübte. Die Qualität der ausgestellten Rinder war ungewöhnlich und überdurchschnittlich gut und das Rangieren für den Preisrichter nicht immer einfach, wie es Ulrich Edel bei der Kommentierung der Tiere herausstellte.

Der Wettbewerb begann mit den älteren Tieren 22 bis 24 Monate alt und tragend, die in zwei Klassen gerichtet wurden. In der ersten Klasse konnte Kat.-Nr. 59, die schauerfahrene Balinka, eine Mogleey-Joe Tochter aus dem bekannten Zuchtstall von Bernhard Hengst, nur ganz knapp vor der Aston Tochter Westfalica Goldrute, Kat.-Nr. 56, im Besitz von Arnim Wüllner aus Beverungen, das Rennen für sich entscheiden. Balinka überzeugte durch viel Breite im Becken, Länge und Tiefe und einer guten Bemuskelung. Westfalica Goldrute überzeugte durch Typ, Eleganz und Ausstrahlung. Den 1c-Preis erhielt Westfalica Miss Astoria, Kat.-Nr. 58, ebenfalls im Besitz von Arnim Wüllner. Eine typvolle Färse, mit besten Proportionen, die im Rahmen nicht ganz an ihre Konkurrentinnen heranreichen konnte. In der zweiten Klasse konkurrierten zwei rote Färsen von Peter Lütke – Bornefeld um die vorderen Plätze. Zwei exzellente, typvolle Halbschwestern mit rotem Haarkleid, von denen sich Wally mit der Kat.-Nr. 62 den Sieg sichern konnte. Bei der späteren Auswahl der Siegerin der älteren Klassen merkte man dem Preisrichter die Bürde der Entscheidung an. Beide Färsen präsentierten sich von ihrer besten Seite und hätten beide den Sieg verdient gehabt. Siegerin wurde die etwas feingliedrigere, elegantere Wally von Peter Lütke-Bornefeld. Bei den jüngeren Färsen im Alter von 11 bis 13 Monaten waren ebenfalls zwei Richtklassen am Start. In der Richtklasse 3 präsentierten sich vier Halbschwestern, gezogen von der Weidegemeinschaft Kleinenberg, die den Bullen AMackenzie zum Vater haben. Ein roter kanadisch gezogener Bullen, der trotz unterschiedlicher Herkunftsgenetik der Mütter bei seinen Töchtern ein einheitliches Bild hinterließ. Der verdiente Sieg war der sich im schwarzen Haarkleid präsentierenden Westfalica Hedebo Terry mit der Kat.-Nr. 74 nicht zu nehmen. Bei dieser Färse, ausgestattet mit einer außerordentlichen Entwicklung, tiefer Rippe und Länge mit guter Keulenbemuskelung passte lediglich der etwas schwere Kopf nicht in das ansonsten perfekte Erscheinungsbild. Ib-Preisträgerin wurde Kat.-Nr. 65 Westfalica Roxana, eine dunkelrote sehr elegante, typvolle Färse. Nicht ganz so massiv wie ihre Halbschwester, aber ausgestattet mit einer sehr tiefen Rippe, guter Bemuskelung und mit ihrem sehr typvollem Kopf wirkte sie sehr nobel. Den Ic- Preis errang Westfalica Dan Rigmoor mit der Kat.- Nr. 75. Eine sehr ausdrucksvolle, lange, schwarze Färse, mit einer super Oberlinie, die aber noch voll in der Entwicklung steht. In der Richtklasse 4 konkurrierten die jüngsten Färsen mit sehr unterschiedlichem Typ und unterschiedlicher Bemuskelung um den Sieg. Eine spannende Konkurrenz, die von der Kat. Nr.- 73 Vena HM gewonnen wurde. Vena HM ist eine rote Westfalica Halifax- Tochter aus dem Zuchtstall von Bernhard Hengst. Sie hinterließ einen sehr kompakten typvollen Eindruck mit viel Ausstrahlung und obschon sie nicht ganz so bemuskelt war wie ihre Stallgefährtin Velma HM, Kat.-Nr. 70, und nicht so entwickelt war Westfalica Bonita Kat.-Nr. 67, war ihr der Sieg nicht zu nehmen. Der 1b-Preis wurde Westfalica Bonita, ebenfalls eine AMackenzie Tochter von der Weidegemeinschaft Kleinenberg, zugesprochen. Eine sehr gut entwickelte Färse mit bester Rippe und Oberlinie aber etwas schwächerer Bemuskelung. Der Ic- Preis ging an die schwarze Velma Kat.-Nr. 70 von Bernhard Hengst. Eine sehr gut bemuskelte Färse, die noch in der Entwicklung steht und von ihren Konkurrentinnen nur knapp geschlagen wurde. Der Gesamtsieg bei den jüngeren Färsen war der Kat.-Nr. 74, Westfalica Hedebo Terry nicht zu nehmen.

Ältere Färse hat die Nase vorn

Einen abschließenden Höhepunkt erlebte diese Angus-Jungtierschau des FHB mit der Auswahl der Gesamtsiegerin. Reife und Entwicklung gegen Jugend, so ist der Wettbewerb zu beschreiben. Die Siegerin der älteren Klasse Wally zeigte schon viel von dem, was von einer erwachsenen Anguskuh zu erwarten ist. Westfalica Hedebo Terry als Vertreterin der jüngeren Klasse konnte durch ihre Entwicklung und Ausgeglichenheit der Proportionen bestechen. Zwei Superfärsen im Ring, eine rot, eine schwarz, von denen die rote Wally von Peter Lütke-Bornefeld, Everswinkel, zu Recht den Gesamtsieg davon trug. Die unterlegene Westfalica Hedebo Terry wird sich sicher auf anderen Schauen erneut messen wollen. Den Anguszüchtern des FHB ist eine eindrucksvolle Schau gelungen. Sie sagen dem FHB, der Hüstener Kirmesgesellschaft und den vielen Helferinnen und Helfern ein besonderes Dankeschön. Eine große Anerkennung kam vom Preisrichter Ulrich Edel mit seiner Bemerkung, dass die in Hüsten ausgestellten Rinder auch auf jeder anderen Schau auf den vorderen Plätzen zu finden seien würden. Die Schau im kommenden Jahr 2014 wird am Montag, dem 15. September, stattfinden.