Ehrung von Martin Henz auf den Angustagen 2012

Zuletzt aktualisiert: Montag, 25. März 2013 22:52
Veröffentlicht: Mittwoch, 26. September 2012 10:53
Geschrieben von Webmaster

Am Samstagabend auf den Angustagen fand im Rahmen des Festbanketts eine besondere Ehrung statt. Martin Henz wurde vom Vorsitzenden Johannes Hibbeln für seine Verdienste um die deutsche Anguszucht und das Ehrenamt mit der silbernen "Dr. Karl Heinz Drögemeier"-Medaille ausgezeichtnet.

 

Laudatio Martin Henz, Juni 2012

Lieber Martin,

dein Name ist untrennbar mit Angus, mit Rinder- und Tierzucht und mit der Verantwortung im Ehrenamt verbunden. Du stammst aus einer der ältesten Angus Züchterfamilien Deutschlands. Wer deinen Werdegang hinsichtlich des von Dir ausgeübten ehrenamtlichen Engagements betrachtet, kann geneigt sein zu sagen: Die Bereitschaft zur Verantwortung wurde Martin Henz in die Wiege gelegt. Schon dein Vater war  einer der Pioniere der deutschen Anguszucht und der Fleischrinderhaltung schlecht hin. Die deutsche Anguszucht und die hessische Tierzucht sind untrennbar mit dem Namen Henz verbunden. Der Zuchtbetrieb Henz ist als Gründungsmitglied seit 1961 Mitglied im Herdbuch und ist der älteste aktive Fleischrinderzuchtbetrieb in Hessen. An der der Gründung des Verbandes hessischer Fleischrinder e.V. war der Betrieb Henz insbesondere dein Vater maßgeblich beteiligt.

Dein Name ist seit über 30 Jahren ein Begriff in der hessischen Tierzucht. Du stellst dich an verantwortlicher Stelle in den Vorständen vieler Gremien der hessischen Tierzucht zur Verfügung.  Die strukturelle Entwicklung der hessischen Tierzucht und ihrer Organisationen hast Du nicht nur begleitet sondern mit entwickelt und ihr deinen Stempel aufgedrückt. Erwähnt sei an dieser Stelle nur die Zucht- und Besamungs- union Hessen eG, kurz genannt ZBH, die als gelungene Bündelung der hessischen Tierzuchtorganisationen gelten kann.

Martin Henz (r) mit Frau Kathrin und dem BDAH Vorsitzenden Johannes HibbelnMartin Henz (r) mit Frau Kathrin und dem BDAH Vorsitzenden Johannes Hibbeln

Auf Bundesebene bist Du für die hessischen Fleischrinderzüchter Delegierter beim Bundesverband Deutscher Fleischrinderzüchter und -halter (BDF), Bonn; seit dessen Gründung am 01.11.1980.

 Jeder, der einen Blick in die Geschichtsschreibung der deutschen Fleischrinderzucht wirft, wird staunender, ungläubiger Zeitzeuge eines langen zähen Ringens, dem sich gestandene Männer und Frauen sich hingeben mussten, um ihr den heutigen Platz in der Gesellschaft zu ermöglichen. Du warst einer von Ihnen. Für uns Anguszüchter  hast Du den entscheidenden Schritt mit getan, um am 18. Mai 1984 aus dem Bundesverband der Fleischrinder-Herdbücher unseren heutigen Bundesverband der Deutscher-Angushalter e.V. entstehen zu lassen.

In den Analen unseres Bundesverbandes wird erwähnt, dass am 12.03.1987 Vorstand und Beirat sich neu formierten. Dein Name durfte da nicht fehlen. Dieses neue Gremium mit dem  Vorsitzenden Ulrich Edel und Geschäftsführer Hans Wördemann an der Spitze, trat ein schweres Erbe an. Die Arbeit des Verbandes hatte mehr oder weniger jahrelang geruht und die Basis war unruhig geworden, so schrieb es Hans Wördemann sinngemäß in seiner Festzeitschrift  „40 Jahre Deutsche Anguszucht“. In den folgenden Jahren wurde auf Verbandsebene viel geleistet. Ich erwähne nur drei wichtige Punkte: 1. Straffung der Zuchtzielvorgaben, 2. Verabschiedung einer neuen Satzung um den Handlungsspielraum des Verbandes zu erweitern, und 3., eine intensive Mitgliederwerbung. Eure Zielvorgaben habt ihr erreicht und dem Verband gute Voraussetzungen für seine weitere Zukunft gegeben. Denn immerhin ist  die Zahl der Mitglieder von 84 im Jahre 1989 auf 400 im Jahre 1995 geklettert.

Wir beide, lieber Martin, und das sei mir an dieser Stelle erlaubt zu sagen, sind uns erst relativ spät in unserem Leben begegnet, das lag aber nicht an Dir, sondern daran, dass ich meine Vorliebe für die Angus erst relativ spät umsetzen konnte. Das wir einmal gemeinsam die Geschicke unseres Verbandes mit zu verantworten hätten, daran haben wir sicher beide nicht gedacht. In dieser Zeit der Zusammenarbeit ist mir sehr schnell klar geworden, warum Du mit so vielen ehrenamtlichen Aufgaben betraut wurdest. Nicht die herausgeputzte Repräsentanz ist dein Markenzeichen, sondern die sachliche, wohlüberlegte und zielführende Argumentation sind Deine Stärken. Du überzeugst als passionierter Anguszüchter  und Landwirt  durch deine Entscheidungen und ihrer Umsetzung. Die Erfolge der Zuchtstätte Henz auf Schauen und Auktionen sind dafür ein beredtes Zeugnis.  Ein Meilenstein in deinem züchterischen Leben war sicher der Entschluss, mitzuhelfen, das Doppellender-Gen aus der deutschen Anguszucht zu verbannen. Aber über all die fachlichen Dinge hinaus gibt es noch eine andere Seite an Dir, die nicht unerwähnt bleiben darf. Du kannst auf Menschen zugehen, mit ihnen reden. Du kannst sie für den kleinsten gemeinsamen Nenner gewinnen, ohne das Große aus dem Auge zu verlieren. In lockerer Runde gelingt es Dir immer wieder mit einem Späßchen und  Deiner lockeren  Art  Menschen aus der Reserve zu holen und ihre Herzen zu gewinnen. Es darf auch nicht verschwiegen werden, dass Du vielen Veranstaltungen durch dein Stehvermögen und deiner Standhaftigkeit einen würdigen Abschluss verliehen hast.

Die Verdienste von Martin Henz um die deutsche Anguszucht sind vielfältig. Er ist ein Meister des Verbindlichen, aber auch der Tat. Er gehört zu denen in unseren Reihen, die sich nicht beirren lassen, und für den Verband auch in schweren Zeiten ein ruhender Pohl war bleibt. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet.

Um dieses Wirken umfassend zu würdigen, verleiht ihm der Bundesverband der Deutschen Angushalter e.V. die Dr. Karl-Heinz Drögemeier-Gedenkmedaille in Silber.

Juni 2012

Johannes Hibbeln